Allgemeine Hinweise

Gesetzliche Grundlage
Seit November 1994 sind Reiseveranstalter nach § 651 k BGB verpflichtet, erhaltene Kundengelder für den Fall abzusichern, dass infolge einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters Leistungen ausfallen oder dem Reisenden für die Rückreise zusätzliche Aufwendungen entstehen.

Ein Verstoss gegen diese Absicherungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.



Ausnahmen von der Absicherungspflicht

Ausgenommen von der Absicherungspflicht sind lediglich
- Veranstalter, die nur gelegentlich und außerhalb ihrer gewerblichen Tätigkeit Reisen veranstalten
- Anbieter von Tagesfahrten (weniger als 24 Stunden Dauer, keine Übernachtung und Reisepreis bis zu 75 Euro)
- juristische Personen des öffentlichen Rechts

Hinweise zum Sicherungsschein

Der Reiseveranstalter darf
- vor Aushändigung eines Sicherungsscheines keine Anzahlungen oder Vorauszahlungen von Reisenden fordern oder entgegennehmen.
- Anzahlungen und Endzahlungen auf den Reisepreis nur in der Weise von Reisenden fordern oder entgegennehmen, wie diese durch seine Reise- und Zahlungsbedingungen vereinbart wurden.

Der Reiseveranstalter ist verpflichtet,
- an Reisende nur Sicherungsscheine auszuhändigen, bei denen der Beginn der Reise innerhalb der Gültigkeitsdauer des Sicherungsscheines erfolgt.
- bei Beendigung des Versicherungsvertrages unverbrauchte Sicherungsscheine unverzüglich zurückzugeben. Eine weitere Verwendung von Sicherungsscheinen und Druckvorlagen ist dann nicht mehr zulässig.

Das sollten Sie vorher wissen

Prämie
Prämienauskünfte können zur Zeit nur auf Anfrage unter vorheriger Einreichung der erforderlichen Selbstauskunft abgegeben werden.

Sicherheitsleistung
Die Sicherheitsleistung beträgt bei einwandfreier Bonität des Veranstalters 1 % des abzusichernden Jahresveranstalterumsatzes, jedoch nicht unter 10.000,00 Euro. Die Sicherheitsleistung ist in Form einer unbefristeten Bankgarantie oder durch eine Festgeldabtretung zu erbringen.

Bei bestimmten Rahmenbedingungen ist eine entsprechende Anpassung der Sicherheitsleistung und des Beitrages an die individuelle Situation des Veranstalters erforderlich, z. B. wenn
- der Veranstalter mehr als 10% des Reisepreises oder mehr als 260 Euro als Anzahlung annimmt, oder Restzahlungen früher als 30 Tage vor Reisebeginn fordert oder annimmt
- der Veranstalter noch kein volles Geschäftsjahr abgeschlossen hat
- der Veranstalter hauptsächlich Saisongeschäft mit einem nur auf wenige Monate konzentrierten Umsatz betreibt

Was benötigen wir zur Abgabe eines Angebotes
Nachfolgende Unterlagen sind uns vollständig zur Verfügung zu stellen:
- Selbstauskunft
- Ihre Reisebedingungen
- einen Nachweis für das Bestehen einer Haftpflichtversicherung für Reiseveranstalter gegen Personen- und Sachschäden (Kopie des Versicherungsscheines und der letzten Prämienrechnung)

Bei Reiseveranstaltern mit einem Umsatz über 1 Mio Euro benötigen wir zusätzlich zu den vorgenannten Unterlagen die Jahresabschlußunterlagen des abgelaufenen Geschäftsjahres einschließlich der Vorjahreszahlen. Bei Neugründungen benötigen wir zusätzlich die Eröffnungsbilanz bzw. einen durch den Steuerberater bestätigten Status, aus dem die in das Unternehmen eingebrachten Mittel und deren Verwendung ersichtlich sind.